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Pressemitteilungen
Pressemitteilung zum Welthebammentag am 5. Mai 2008
Für einen guten Start – Freie Hebammen leisten wichtige Präventionsarbeit
Die erste und wichtigste Bindung, die ein Mensch im Leben erfährt, ist die zur Mutter. Sie hat, auch nach neuesten Ergebnissen der Hirnforschung, ganz entscheidenden Einfluss auf unser gesamtes Leben. Kinder, denen die essentielle Erfahrung einer unbeeinflussten Geburt und eine sichere Bindung zur Mutter fehlt, neigen öfter zu Depressionen und Aggressivität, haben Probleme in ihrem sozialen Umfeld, werden häufig als „hyperaktiv“ diagnostiziert und haben mehr Probleme in der Schule.
Inzwischen wird mindestens jedes dritte Neugeborene in Deutschland per Kaiserschnitt aus dem Bauch geholt. Es geht dabei sehr selten um medizinische Gründe, das bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Susanne Schäfer, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD e.V.) warnt eindringlich vor diesem Trend:„Es ist wissenschaftlich bewiesen, wie wichtig es ist, dass sowohl die Mutter als auch das Kind die Geburt als Prozess erleben und dabei nach ihren Bedürfnissen unterstützt werden.“
„Obwohl die Bedeutung einer normalen Geburt bekannt und die Sicherheit einer Geburt in Geborgenheit und Ruhe im eigenen Zuhause längst nachgewiesen ist, ist die Kaiserschnitt-Rate innerhalb weniger Jahre auf 30 bis 50% gestiegen.“ so Schäfer weiter. Das bedeutet, dass mancherorts in Deutschland jedes zweite Kind nicht mehr auf normalem Weg zur Welt kommt. Sowohl Klinik-Personal als auch die werdenden Eltern umgehen damit die Geburtsarbeit. Ein Kaiserschnitt ist planbar, relativ einfach durchzuführen, vergleichsweise schnell vorüber und außerdem um ein Vielfaches „effizienter“. Nach einer Studie der Universität München wurden bei einer normalen Geburt etwa 170 Euro Gewinn verzeichnet, beim Kaiserschnitt etwa das Zehnfache. Mit der steigenden Kaiserschnitt-Rate haben sich auch die Geburtszeiten radikal verlagert, nämlich auf die Zeit zwischen 9 und 16 Uhr an Wochentagen.
Schwangerschaft ist keine Krankheit. 98% aller Schwangerschaften und Geburten verliefen völlig komplikationslos, wenn niemand eingreifen würde. Allerdings erleben heute rund 94% aller Frauen Eingriffe während der Schwangerschaft und bei der Geburt. Die Anzahl sogenannter „Risiko“-Schwangerschaften beziehungsweise -Geburten steigt laut Statistik proportional zu den vorgenommenen Eingriffen.
Frausein, Schwangerschaft, Geburt und Mutter- bzw. Elternschaft sind normale Lebensvorgänge und müssen aus dem medizinischen Teil des Gesundheitssystems ausgegliedert werden. Standardisierte Vorgehen der versorgenden Institutionen richten sich nicht nach den realen Bedürfnissen der Familien.
Freiberufliche Hebammen hingegen legen Wert auf Prävention von Anfang an. Sie kümmern sich um die Versorgung und Aufklärung von Frauen und werdenden Eltern, begleiten durch die Schwangerschaft und sorgen für eine gute Betreuung bei der Geburt. Nach der Geburt helfen sie den Familien, sich in der veränderten Situation zurechtzufinden und begleiten sie behutsam und kompetent durch schwierige Umstände. Bei Bedarf können Hebammen die Familien zielgerichtet in soziale Betreuung weitervermitteln und tragen so wesentlich zur Stärkung der sozialen Vernetzung zur Prävention von Vernachlässigung und Misshandlung bei.
Weitere Informationen beim Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V., Kasseler Strasse 1a, 60486 Frankfurt/Main, Tel. 069 – 7953 4971, www.bfhd.de
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