Pressemitteilung des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. 28.09.2015

Ergebnisse des Schiedsverfahrens zur Festsetzung des Vertrages über die Versorgung mit Hebammenhilfe gemäß § 134a SGB V vom 24./25.09.2015:

 

Schatten und Licht - Ausschlusskriterien ja, Zahlungsverweigerung nein, Systemwechsel beim Sicherstellungszuschlag zum Haftpflichtversicherungskostenausgleich ja

 

Freiberufliche Hebammen werden in ihren Berufskompetenzen beschnitten und vom Vertragsausschluss bedroht, Schwangere und Gebärende in ihrem Selbstbestimmungsrecht eingeschränkt – das ist in Kurzform das erste Hauptergebnis der Verhandlung der Schiedsstelle in Hebammenangelegenheiten.

Zwar werden gesetzliche Kassen auch in Zukunft die Kosten für außerklinische Geburten tragen – sie haben sich aber nicht davon abbringen lassen, die Beachtung wissenschaftlich unbegründeter Ausschlusskriterien bei außerklinischen Geburten zwingend zu verlangen. Sie haben sich damit durchgesetzt, obwohl die Hebammenverbände und der GKV-Spitzenverband schon letztes Jahr gemeinsam eine der ersten Studien zur Begründetheit dieser Ausschlusskriterien gemeinsam in Auftrag gegeben haben, und obwohl die Ergebnisse dieser Studie noch nicht vorliegen. Das ist ein in sich unlogisches und nicht nachvollziehbares Ansinnen.

Frauen und Paare, die eine außerklinische Geburt anstreben, werden als Ergebnis des Schiedsverfahrens künftig gezwungen sein, ihre selbstbestimmte Entscheidung über die Gestaltung von Art und Ort der Geburt ihres Kindes quasi letztinstanzlich ärztlich beurteilen zu lassen. Das beschneidet sowohl das Selbstbestimmungsrecht der Frauen als auch die beruflichen Kompetenzen der Hebammen. Den Hebammen wird durch dieses Ansinnen genau die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen normalem und pathologischen (krankhaften) Schwangerschafts- und Geburtsverlauf abgesprochen, die ihnen durch ihre Ausbildung und laut Hebammengesetz und laut den Hebammen-Berufsordnungen der Länder ausdrücklich bescheinigt wird. Und zwar gilt dieses Absprechen der Kompetenz nur in Bezug auf außerklinische Geburten.

Das ist ein unhaltbarer Zustand, gerade weil die Hebammenverbände schon seit Jahren belastbare Zahlen zur außerklinischen Geburt vorlegen, die nachweisen, dass außerklinische Geburt sicher ist – und dass diese Sicherheit der verantwortungsbewussten Handlungsweise der Hebammen zu verdanken ist, die ihre Kompetenzen und ihre Grenzen kennen. Das dient schon immer dem Wohle der Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Kind.

Der BfHD kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen und behält sich vor, in dieser Angelegenheit den Klageweg zu beschreiten.

Wo Schatten ist, ist auch Licht, und so begrüßt der BfHD die zweite Schiedsstellenentscheidung zur Frage der Struktur des Sicherstellungszuschlages. Der Sicherstellungszuschlag befasst sich mit dem Ausgleich der Kosten für die Haftpflichtversicherung von Hebammen mit geringen Geburtenzahlen, die ihre Tätigkeit bisher als persönlich-idealistisches Zuschussgeschäft betrieben bzw. aus diesem Grunde aufgegeben haben.

Hier kam es im Rahmen der Verhandlungen zu dem Ergebnis, dass künftig der gesetzlich vorgesehene Ausgleich der Kosten der Haftpflichtversicherung nicht mehr an das einzelne geburtshilfliche Leistungsentgelt, sondern an die individuellen Haftpflichtkosten jeder einzelnen Hebamme gebunden sein wird. Das hilft Hebammen mit geringeren Geburtenzahlen aus einem wirtschaftlichen Defizit und kann damit zur flächendeckenden Sicherung der Versorgung mit Hebammenleistungen beitragen.

Der BfHD erhofft sich hiervon einen Anreiz für Hebammen, die die Geburtshilfe wegen der nicht zu erwirtschaftenden Kosten der Haftpflichtversicherung aufgegeben haben, diese wieder aufzunehmen. Ob diese Entwicklung auch neue Angebote seitens der Versicherungswirtschaft zeitigt, bleibt abzuwarten.

Pressemitteilung 28.09.2015

Kontakt und weitere Informationen:

Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.

Frau Ruth Pinno

1. Vorsitzende des BfHD

 

Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) ist ein bundesweit agierender Berufsverband, der die Interessen der freiberuflichen Hebammen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vertritt. Der BfHD setzt sich ein für Hebammenautonomie im gesamten Spektrum des Berufsbildes und propagiert die primäre Zuständigkeit von Hebammen als Fachfrauen für die Bereiche Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Der Erhalt und die Förderung von Haus- und Geburtshausgeburten ist dabei ein besonderes Anliegen. Als frauenpolitisch orientierter Verband informiert er Frauen über ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes und steht für eine Betreuung, die auf der Selbstbestimmung jeder Frau sowie ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit basiert, ein.

Er unterstützt Frauen und Familien im verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Angeboten der modernen Medizin und fördert die präventive Hebammenarbeit und ermutigt den kritischen Umgang mit Diagnosetechniken - aus der Überzeugung heraus, dass Schwangerschaft und Geburt natürliche und gesunde Ereignisse sind, aber auch im Hinblick auf einen ethisch und wirtschaftlich vernünftigen Umgang mit knappen Finanzmitteln.

Pressemitteilung des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) 22.05.2015

Krankenkassen erpressen Hebammen

Am 18. Mai begannen in Berlin die Verhandlungen zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband zum sog. „Sicherstellungszuschlag“ ab dem 1. Juli 2015 für freiberuflich tätige Hebammen mit vergleichsweise geringer Zahl an betreuten Geburten. Der Gesetzgeber hatte Mitte letzten Jahres den Verhandlungspartnern aufgegeben, sich über die Höhe des Zuschlages sowie über qualitätssichernde Maßnahmen zu verständigen.

Schon unmittelbar während der ersten Verhandlungsrunde veröffentlichte der GKV-Spitzenverband eine Presseverlautbarung unter dem Titel „Hebammenverbände lehnen schnellen und gerechten Ausgleich steigender Haftpflichtprämien ab.“ Dieser unzutreffenden Behauptung tritt der Bund freiberuflicher Hebammen (BfHD) e.V. entschieden entgegen.

Obwohl der Gesetzgeber den Verhandlungspartnern ausdrücklich „geeignete und verwaltungsunaufwendige Mindestanforderungen“ an qualitätssichernden Maßnahmen ins Pflichtenheft schrieb, – vgl. § 134a Abs. 1a SGB V - versucht der GKV-Spitzenverband nicht zum ersten Mal durch ungeeignete und hochbürokratische Höchstanforderungen an Qualitätsauflagen eine Einigung von vornherein unmöglich zu machen, um damit die Zahlung des politisch gewollten Sicherstellungszuschlages zu umgehen. Das Ziel des GKV-Spitzenverbandes ist es außerdem, über den Weg der Finanzierungshoheit mehr und mehr direktiven fachlichen Einfluss auf die Hebammenarbeit und die Geburtshilfe an sich zu ziehen und den Gesetzgeber damit faktisch zu umgehen.

So fordert der GKV-Spitzenverband zum Beispiel, dass Frauen, die zu Hause gebären wollen, sich einem Arzt vorstellen müssen und von diesem in eine Klinik überwiesen werden können, wenn der errechnete Geburtstermin auch nur einen Tag überschritten wird – mit der Folge, dass die Kassen die Hausgeburt in diesem Fall nicht mehr zahlen wollen, wenn die Frauen und Paare der Ansicht des Arztes nicht folgen wollen oder können.

Jedermann weiß aber, dass der errechnete Geburtstermin nur eine ungefähre Richtgröße ist und eine Termin-Überschreitung für sich genommen völlig unbedenklich ist.

Derartig unsinnige Forderungen, die nicht das Geringste mit Qualitätssicherung zu tun haben, zeugen nicht nur von Unkenntnis der physiologischen Abläufe einer Geburt und von Unkenntnis der internationalen wissenschaftlichen Erkenntnisse, sie missachten auch geltendes Recht. Zum einen beschneiden sie das Elternrecht auf freie Wahl des Geburtsortes. Zum anderen wird ignoriert, dass die Hebamme hinsichtlich der Einschätzung einer regelgerechten Schwangerschaft eigenverantwortlich handelt und der Arzt zu jeder regelgerechten Schwangerschaft eine Hebamme hinzuziehen muss. Die vom GKV-Spitzenverband geforderte Hinzuziehungspflicht des Arztes bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins würde also die bisherige Regelung der Hinzuziehungspflicht umkehren und ist damit rechtswidrig. Eine derartige Beschneidung des Berufsrechts der Hebammen ist daher von vornherein nicht konsensfähig. Den Hebammenverbänden mangelnden Einigungswillen vorzuwerfen, ist unredlich und stellt eine bewusste Täuschung und Beeinflussung der Öffentlichkeit dar.

Bleibt der GKV-Spitzenverband bei seiner Einstellung, werden die Hebammenverbände den Rechtsweg beschreiten.

Pressemitteilung vom 22.05.2015

Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) ist ein bundesweit agierender Berufsverband, der die Interessen der freiberuflichen Hebammen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vertritt. Der BfHD setzt sich ein für Hebammenautonomie im gesamten Spektrum des Berufsbildes und propagiert die primäre Zuständigkeit von Hebammen als Fachfrauen für die Bereiche Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Der Erhalt und die Förderung von Haus- und Geburtshausgeburten ist dabei ein besonderes Anliegen. Als frauenpolitisch orientierter Verband informiert er Frauen über ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes und steht für eine Betreuung, die auf der Selbstbestimmung jeder Frau sowie ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit basiert, ein.

Er unterstützt Frauen und Familien im verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Angeboten der modernen Medizin und fördert die präventive Hebammenarbeit und ermutigt den kritischen Umgang mit Diagnosetechniken - aus der Überzeugung heraus, dass Schwangerschaft und Geburt natürliche und gesunde Ereignisse sind, aber auch im Hinblick auf einen ethisch und wirtschaftlich vernünftigen Umgang mit knappen Finanzmitteln

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Frau Ruth Pinno

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Hebammenversorgung: Wer jetzt noch nicht schwanger ist, bekommt Probleme

Pressemitteilung des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD)

10. Oktober 2014

Wenn eine Schwangere selbstbestimmt eine Hebamme zur Geburtsbegleitung wählen möchte, dann sollte sie sich beeilen. Frauen, die jetzt noch nicht schwanger sind, könnten dagegen erhebliche Probleme bekommen. Hierauf weist der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) hin, der rund 1.000 freiberuflich tätige Hebammen vertritt.

Hintergrund ist der Umstand, dass zum 01.07.2015 alle Verträge zur Berufshaftpflicht seitens der Versicherer für die im BfHD organisierten Hebammen, aber auch für fast alle nicht organisierten Hebammen gekündigt wurden. Ohne Vertrag darf jedoch keine Hebamme tätig sein.

Der BfHD ist lediglich zuversichtlich, dass es ihm gelingen wird, neue Haftpflichtverträge für den Bereich Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbettbetreuung für seine Mitglieder abzuschließen. Für die Geburtshilfe ist jedoch in knapp neun Monaten definitiv Schluss.

Freiberufliche Hebammen, die im Deutschen Hebammenverband organisiert sind, können noch ein Jahr länger Geburten begleiten, danach laufen aber auch deren Haftpflichtverträge aus. Die Versicherungswirtschaft will dann grundsätzlich nur noch Verträge unter Einschluss Geburtshilfe anbieten, wenn die Politik die Haftpflicht gänzlich neu gestaltet.

Hierzu dürfte der kürzlich von Bundesgesundheitsminister Gröhe vorgelegte Vorschlag jedoch kaum ausreichen. Er hatte angekündigt, die Regressmöglichkeiten der Kranken- und Pflegekassen gegenüber Schädigern bzw. deren Versicherern beschneiden zu wollen. Die Regressnahme soll nach Auskunft der Versicherer bis zu 30 Prozent des Prämienaufkommens ausmachen.

Man rechne nach: Selbst wenn die Regressmöglichkeit der Kassen völlig entfallen würde und selbst wenn die Versicherer das Eingesparte voll an die Versicherten weitergäben, würde dieses auf Basis von angekündigten 6.200 Euro Prämie ab Mitte nächsten Jahres immer noch eine Prämie von jenseits 4.300 Euro bedeuten. Versicherungsprämien in derartiger Höhe sind jedoch schon heute angesichts von Vergütungen vergleichbar dem Niedriglohnsektor, für einen Großteil der Hebammen nicht zu erwirtschaften.

Eine nachhaltige Lösung der Haftpflichtproblematik sieht sicher anders aus. Die Politik muss sich endlich dazu durchringen, für stark risikobehaftete Berufsgruppen im Gesundheitswesen einen staatlichen Haftungsfonds einzurichten, der ab einer gewissen Haftungs-Obergrenze greift. Alles andere ist Flickwerk und bedeutet den Tod der freiberuflichen Geburtshilfe auf Raten. Hausgeburten, Geburten im Geburtshaus und die Geburtsbegleitung durch Beleg-Hebammen im Krankenhaus wird es dann nicht mehr geben.

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Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) ist ein bundesweit agierender Berufsverband, der die Interessen der freiberuflichen Hebammen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vertritt. Der BfHD setzt sich ein für Hebammenautonomie im gesamten Spektrum des Berufsbildes und propagiert die primäre Zuständigkeit von Hebammen als Fachfrauen für die Bereiche Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Der Erhalt und die Förderung von Haus- und Geburtshausgeburten ist dabei ein besonderes Anliegen. Als frauenpolitisch orientierter Verband informiert er Frauen über ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes und steht für eine Betreuung, die auf der Selbstbestimmung jeder Frau sowie ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit basiert, ein.

Er unterstützt Frauen und Familien im verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Angeboten der modernen Medizin und fördert die präventive Hebammenarbeit und ermutigt den kritischen Umgang mit Diagnosetechniken - aus der Überzeugung heraus, dass Schwangerschaft und Geburt natürliche und gesunde Ereignisse sind, aber auch im Hinblick auf einen ethisch und wirtschaftlich vernünftigen Umgang mit knappen Finanzmitteln

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Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.

Frau Ruth Pinno

1. Vorsitzende des BfHD

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Pressemitteilung des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD)

 

30.04.2014

Politische Hilfe für freiberufliche Hebammen:

Nichts Halbes und nichts Ganzes, weder nachhaltig noch langfristig: Gröhes „Lösung“ der Haftpflichtproblematik

Bundesgesundheitsminister Gröhe hat den lange erwarteten Abschlussbericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe zur Versorgung mit Hebammenhilfe vorgelegt. Darin werden der Ist-Zustand der Hebammenhilfe und insbesondere die dramatische Entwicklung der Prämien zur Berufshaftpflicht zutreffend beschrieben. Nachhaltige und langfristig angelegte Schlussfolgerungen im Sinne einer politischen Lösung werden in dem Bericht sowie einem Begleitschreiben des Ministers jedoch kaum gezogen.

Aus Sicht des BfHD ergeben sich auf Grundlage der Vorschläge und Absichtserklärungen des Ministers nur geringfügigeVerbesserungen hinsichtlich der prekären Situation der freiberuflichen Hebammen. Es ist die Gelegenheit verpasst worden, mit dem zeitlich ausreichenden Vorlauf bis Mitte 2015 eine grundsätzliche Neustrukturierung des Versicherungs- und Vergütungssystems in Angriff zu nehmen. Die versprochene und begrüßenswerte Datenerhebung zur Versorgungslage ändert an dieser Lage nichts.

Der in Aussicht gestellte „Sicherstellungszuschlag“ zur Vergütung von Hebammen mit geringeren Geburtenzahlen mag in Grenzen hilfreich sein, greift aber zu kurz und perpetuiert lediglich die vorhandene Struktur. Die im BfHD organisierten rund 1.000 ausschließlich freiberuflich tätigen Hebammen werden nach jetzigem Stand an diesem Zuschlag ohnehin nicht partizipieren können, weil für sie ab Mitte 2015 mangels Versicherer kein Versicherungsschutz mehr gegeben ist und sie somit einem faktischen Berufsverbot unterliegen. Damit läuft auch die Absicht des Ministers, die Versicherungsprämien durch Regressverzichte der Sozialversicherungsträger ein wenig zu senken, ins Leere.

Der Deutsche Hebammenverband e. V. (DHV) als Vertreter von 18.000 überwiegend angestellten Hebammen hatte vorab bekannt gegeben, sein Versicherungskonsortium in der bekannten Systematik, wenn auch zu schwindelerregenden Prämien, über 2015 hinaus fortführen zu wollen. Dieses geschah ganz offenbar unter erheblichem politischen Druck auf deren Versicherer. Die „Vollzugsmeldung“ der DHV- Versicherer hat dem Bundesgesundheitsminister offenbar ausgereicht, den Status Quo aufrechtzuerhalten. Aus unbekannten Gründen wurde dem BfHD eine solche Versicherungs“lösung“ für seine Mitgliedshebammen nicht zugänglich gemacht.

Damit werden rund 1/3 der rund 3000 freiberuflichen Hebammen in Deutschland ab Mitte 2015 gezwungen sein, dem DHV beizutreten, wenn sie ihren Beruf mangels Versicherung nicht aufgeben wollen. Dabei hatte sich vor 30 Jahren der BfHD aus dem DHV heraus gegründet, weil sich viele freiberufliche Hebammen, insbesondere solche, die in der von Schwangeren besonders geschätzten 1:1-Betreuung arbeiten, dort nicht repräsentiert sahen und sehen. Dieser eindeutige Protektionismus der Politik zugunsten eines bestimmten Berufsverbandes kann nicht hingenommen werden.

Der BfHD protestiert gegen diese Ungleichbehandlung aufs Schärfste!

Für den Vorstand

Ruth Pinno

1. Vorsitzende des BfHD

Telefon: 0157 56529094

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Versicherungsmarkt für Hebammen bricht zusammen – Berufsstand bedroht Hebammenverbände fordern gemeinsam: endlich politische Lösung der Haftpflichtproblematik

Pressemitteilung

13.02.2014

Ab dem Sommer 2015 haben freiberuflich tätige Hebammen in Deutschland keine Haftpflichtversicherung mehr. Dies bedeutet das Aus für die Versorgung der Bevölkerung mit freiberuflichen Hebammenleistungen, insbesondere mit Geburtshilfe. Die Nürnberger Versicherung steigt zum 1. Juli 2015 aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen aus. Sowohl beim Deutschen Hebammenverband (DHV) als auch beim Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) ist offen, wer die Hebammen dann noch versichert. Zahlreiche Anfragen bei alternativen Versicherungsunternehmen im In- und Ausland blieben bisher erfolglos.

„Die Lage auf dem Versicherungsmarkt führt zum Zusammenbruch der Versorgung mit Geburtshilfe. Das ist eine absurde Situation“, sagt Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. (DHV). Ruth Pinno, Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) verdeutlicht: „Das bedeutet Berufsverbot für die freiberuflichen Hebammen, denn ohne Haftpflichtversicherung dürfen wir weder Geburten zu Hause, im Geburtshaus oder als 1:1-Beleghebamme in der Klinik betreuen noch Schwangeren- und Wochenbettbetreuungen annehmen. Der Markt für die Versicherung von Hebammen reguliert sich nicht mehr selbst. Die Folgen sind dramatisch, der Beruf ist akut von der Vernichtung bedroht.“ Martina Klenk fordert deshalb: „Wir brauchen jetzt dringend eine politische Lösung“.

Die Hebammenverbände fordern eine grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung mit einer Haftungsobergrenze für Hebammen. Eine kurzfristige Lösung könnte auch ein Regressverzicht seitens der Sozialversicherungsträger sein, um die Versorgung der Schwangeren und Gebärenden und ihrer Familien mit Hebammenhilfe weiterhin sicherzustellen.

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Hebammen aus dem Beruf und insbesondere aus der Geburtshilfe ausgestiegen, da die Haftpflichtprämien überproportional stark gestiegen sind. Für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen hat sich die Prämie in den letzten zehn Jahren trotz abnehmender Schadenszahlen verzehnfacht bei weiterhin niedriger Vergütung. Die Kostenexplosion der Haftpflichtprämie wird auch durch die Beteiligung der Krankenkassen nicht vollständig für jede Hebamme ausgeglichen. Eine flächendeckende Versorgung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist schon jetzt nicht mehr gegeben. Die Wahlfreiheit des Geburtsortes ist in vielen Regionen durch das Wegfallen der freiberuflichen geburtshilflichen Versorgung und die Zentralisierung der Geburtshilfe in wenigen Kliniken nicht mehr vorhanden.

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Der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) ist ein bundesweit agierender Berufsverband, der die Interessen der freiberuflichen Hebammen auf gesellschaftlicher und politischer Ebene vertritt. Der BfHD setzt sich ein für Hebammenautonomie im gesamten Spektrum des Berufsbildes und propagiert die primäre Zuständigkeit von Hebammen als Fachfrauen für die Bereiche Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit. Der Erhalt und die Förderung von Haus- und Geburtshausgeburten ist dabei ein besonderes Anliegen. Als frauenpolitisch orientierter Verband informiert er Frauen über ihre Rechte und Wahlmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes und steht für eine Betreuung, die auf der Selbstbestimmung jeder Frau sowie ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit basiert, ein.

Er unterstützt Frauen und Familien im verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Angeboten der modernen Medizin und fördert die präventive Hebammenarbeit und ermutigt den kritischen Umgang mit Diagnosetechniken - aus der Überzeugung heraus, dass Schwangerschaft und Geburt natürliche und gesunde Ereignisse sind, aber auch im Hinblick auf einen ethisch und wirtschaftlich vernünftigen Umgang mit knappen Finanzmitteln.

 

Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.

        

Kontakt und weitere Informationen:

Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V.

Frau Ruth Pinno

1. Vorsitzende des BfHD

Telefon: 0157 56529094

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Deutscher Hebammenverband e.V.
Pressestelle

Telefon: 030/89390802
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Aktueller Stand der Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen

Die Fortführung der vorhandenen Versicherung des BfHD mit der Nürnberger Versicherung steht mit Stand 06.02.2014 weiterhin in den Sternen. Der Vorstand der Versicherungsgesellschaft hat bis dato noch keine Entscheidung getroffen, ob, und wenn, zu welchen Konditionen Hebammen weiter versichert werden. Alternative Angebote anderer Versicherer gibt es angesichts einer de-facto-Monopolsituation in Deutschland nicht.

 

Da vielen Hebammen bereits Anfragen zur Geburtsbetreuung ab dem 01.07.2014 vorliegen, hat der BfHD via AON die Problematik erneut am 23.01.2014 schriftlich mitgeteilt. Gleichzeitig hat der Versicherungsmakler des BfHD in London bei mehreren Versicherern Interesse gefunden, eine alternative Versicherungslösung zu realisieren. Bisher wird erforderliches Zahlenmaterial und Informationen zur risikoarmen 1:1-Betreuung geprüft.

 

So stellt sich die aktuelle miserable Situation der freiberuflichen Hebammen wie folgt dar: Bereits seit einiger Zeit müssen unsere Mitglieder Anfragen von Schwangeren bezüglich einer Betreuung in der außerklinischen Geburtshilfe mit voraussichtlichem Entbindungstermin ab dem 01.07.2014 mangels Planungssicherheit in Sachen Haftpflicht ablehnen. Hebammen haben keine Möglichkeit der Zusage, solange eine Fortführung ihrer Versicherung über den 30.06.2014 hinaus ungewiss ist. Sie sind gesetzlich verpflichtet, insbesondere geburtshilflich nur mit angemessener Haftpflichtversicherung tätig zu werden. Die BfHD-Mitgliedsfrauen sind in dieser Situation in ihrer beruflichen Existenz bedroht; die Schwangeren können ihre Geburtsplanung nicht weiterverfolgen. Das kommt einem Berufsverbot gleich; schlimmstenfalls haben wir zum 01.07.2014 den Untergang der freiberuflichen außerklinischen Geburtshilfe zu beklagen. Eine politische Lösung des Problems durch Regreßdeckelung und/oder Fondseinrichtung ist trotz umfassender Gespräche in interministeriellen und anderen Arbeitskreisen derzeit nicht in Sicht.

 

Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD)

Vorstand:

Ruth Pinno, 1. Vorsitzende, Frankfurt (V.i.S.d.P.)

Reinhild Bohlmann, 2. Vorsitzende, Hofgeismar

Haftpflichtproblematik für Hebammen verschärft sich weiter

Pressemitteilung

Die Haftpflichtprämien für in der Geburtshilfe tätige Hebammen erhöhen sich weiter dramatisch. Immer mehr Hebammen ziehen sich deshalb aus ihrem originären Arbeitsbereich zurück. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Krankenkassen und die Politik müssen endlich handeln.

Zum 1. Juli 2013 ist die Prämie für die berufliche Haftpflichtversicherung der Mitglieder des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands e.V. (BfHD) 10 Prozent teurer geworden und beträgt nunmehr 4.480 Euro. Zum 01.07.2014 müssen auch die rund 18.000 Hebammen des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) mit einer Steigerung im zweistelligen Prozentbereich rechnen.

 

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MedienINFO 274 – Mittwoch, 12. Dezember 2012

Schneider: Krankenkassen müssen Erhöhung der Vergütung für Hebammen schnellstmöglich Umsetzen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Susanne Schneider hat die Krankenkassen für die Verzögerung bei der Erhöhung der Vergütung von Hebammen kritisiert. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Krankenkassen eine Verschleppungstaktik bei den Verhandlungen über Vergütungserhöhungen für Hebammen verfolgen. Dieses Verhalten ist inakzeptabel. Der im Sommer erzielten grundsätzlichen Einigung über die Ausgleichszahlungen müssen endlich Taten folgen.“ Unverständlich sei, weshalb die Krankenkassen bei der Schiedsstelle einen Antrag auf Vertagung bis Ende Januar 2013 durchbringen konnten.

Die Gesundheitspolitikerin bedauert, dass die nachgewiesenen finanziellen Belastungen für Hebammen und die Ergebnisse der vom Bundesgesundheitsministerium im Auftrag gegebenen IGES- Studie immer noch angezweifelt werden. „Die wichtige Arbeit der Hebammen muss angemessen honoriert werden.“ Schneider, selbst Mutter von drei Kindern, appelliert an beide Seiten sich schnell zu einigen, damit Hebammen wieder mit der nötigen Ruhe und geringerem Druck ihrem Beruf nachgehen können.

Frau Susanne Schneider, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW

Die Erklärung als pdf  hier

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